BEYOND THE THEATRE
Filopappou-Hügel: Akropolis-Panorama vor der Abendshow
Der Hügel gegenüber der Akropolis ist selbst ein Reiseziel – ein antikes Monument, ein umstrittenes „Gefängnis des Sokrates" und der beste Ort in Athen, um den Sonnenuntergang zu genießen.
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Der Philopappos-Hügel – auch Hügel der Musen genannt – liegt nur südwestlich der Akropolis und gehört zu einer kleinen Gruppe von Hügeln, zu der auch der Nymphenhügel und die Pnyx zählen, jener felsige Vorsprung, auf dem sich einst die Bürger des antiken Athen zu ihrer demokratischen Versammlung trafen. Lange bevor er als abendlicher Zugang zu einem Volkstanztheater bekannt wurde, war er eine der echten grünen Oasen der Stadt: von Pinien gesäumte Wanderwege, freiliegendes Felsgestein und Ausblicke zurück zur Akropolis, für die sich die meisten Besucher im Zentrum Athens nie Zeit nehmen – sie kommen stattdessen erst nach Einbruch der Dunkelheit, allein wegen der Vorstellung.
Das Philopappos-Monument auf dem Gipfel
Der Hügel verdankt seinen Namen dem Marmordenkmal auf seinem höchsten Punkt, einem Mausoleum aus römischer Zeit, das im frühen 2. Jahrhundert n. Chr. für Gaius Julius Antiochus Epiphanes Philopappos errichtet wurde – einen hellenisierten Prinzen aus dem Königshaus von Kommagene, dessen Tod von der Stadt so tief betrauert wurde, dass seine Schwester und Athen selbst ein zweistöckiges Denkmal aus pentelischem Marmor zu seinem Gedenken in Auftrag gaben. Stark verwittert, aber noch stehend, ist es bis heute ein echtes antikes Bauwerk und keine Rekonstruktion, und seine erhöhte Lage ist genau der Grund, warum der Hügel zum bekanntesten Aussichtspunkt der Stadt über die Akropolis und das weitere attische Becken wurde.
Das „Sokrates-Gefängnis": stimmungsvoll, aber mit ziemlicher Sicherheit nicht das, was es verspricht
Halbwegs den Hügel hinauf befindet sich eine Gruppe in den Fels gehauener Kammern, die allgemein als Sokrates-Gefängnis bekannt sind und traditionell mit der Haft des Philosophen vor seiner Hinrichtung 399 v. Chr. in Verbindung gebracht werden. Die meisten Historiker bezweifeln inzwischen diesen Zusammenhang – das eigentliche Staatsgefängnis wird gemeinhin in der Nähe der antiken Agora verortet, und die Verbindung der Höhlen mit Sokrates scheint lediglich auf einen Vorschlag aus dem 19. Jahrhundert zurückzugehen, nicht auf antike Belege. Sehenswert sind sie trotzdem: stimmungsvolle Felskammern, die später dazu dienten, Griechenlands Museumsschätze während des Zweiten Weltkriegs zu bergen – ganz gleich, welchem ursprünglichen athenischen Zweck sie einst dienten.
Warum sich der Sonnenuntergang hier lohnt – und man ihn einplanen sollte
Der Gipfel des Philopappou gilt durchweg als einer der besten Orte in Athen, um die Akropolis bei Sonnenuntergang zu erleben – gerade weil er dem Parthenon direkt über einen offenen Luftraum gegenüberliegt, statt von einer belebten nahen Straße zu ihm aufzublicken. Wer etwa eine Stunde vor der Dämmerung eintrifft, hat Zeit, sich einen Platz auf den Felsen nahe dem Denkmal zu suchen, das wechselnde Licht auf dem Marmor zu beobachten und zu sehen, wie sich der Hügel nach und nach mit Einheimischen und Besuchern füllt, die genau dasselbe tun – eine ganz andere, viel ruhigere Art, die Akropolis zu erleben als ein kostenpflichtiger Besuch am Tag.
Einen ganzen Abend rund um den Hügel gestalten
Philopappou liegt fußläufig vom Monastiraki-Platz entfernt, wo der geführte Spaziergang, das Abendessen und die Tanzshow beginnen – ein Sonnenuntergang auf dem Hügel und ein Abend mit griechischem Tanz fügen sich also ganz natürlich zu einem einzigen Abend zusammen. Besuchen Sie die Akropolis früher am Tag, wechseln Sie zum Philopappou, wenn das Licht weicher wird, erleben Sie den Sonnenuntergang nahe dem Denkmal und gehen Sie dann hinunter nach Monastiraki, um Ihren Guide zu treffen – prüfen Sie vorab Ihre Startzeit, damit beides zusammenpasst. Im Sommer tritt zudem die historische Dora Stratou Company in ihrem eigenen Freilichttheater auf diesem Hügel auf; das ist eine separate Vorstellung.